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Hörverlust und Diabetes

Zwei Zivilisationskrankheiten im Überblick

Diabetes und Hörverlust
 

Hörverlust und Diabetes: Schwerhörig durch Zucker

Dass mit zunehmendem Alter das Hörvermögen bei vielen Menschen nachlässt, ist wissenschaftlich längst belegt und gehört mittlerweile fast schon zu einer "normalen" Begleiterscheinung des Älterwerdens. Studien legen allerdings den Verdacht nahe, dass die ebenfalls im Alter zunehmende chronische Stoffwechselkrankheit Diabetes einen Hörverlust begünstigt.
 

Diabetiker leiden mehr als doppelt so häufig an einem Hörverlust

Weltweit leiden rund 590 Millionen Menschen an einem Hörverlust. In der Schweiz sind mehr als 700.000 Menschen von der eingeschränkten Fähigkeit Töne zu hören und zu verstehen betroffen.
Bei Studien, die den Zusammenhang zwischen der Zuckerkrankheit und einem Hörverlust untersuchten, kam heraus, dass Diabetiker mehr als doppelt so häufig an einem Hörverlust leiden wie Menschen, die nicht von der Krankheit betroffen sind.
Bei den unter 60-Jährigen lag der Anteil sogar bei einem Faktor von 2,61, während bei den über 60-Jährigen der Faktor der von einem Hörverlust betroffenen Diabetiker bei 1,51 lag. Wird der prozentuale Anteil der hörgeschädigten Diabetiker dem Anteil der Schwerhörigen ohne Diabetes gegenüber gestellt, ergibt sich ein ebenso klares Bild: 44 % bzw. 45 % der an Diabetes Typ 1 oder 2 erkrankten Menschen leiden an einem Hörverlust, bei den Nicht-Diabetikern sind lediglich 20 % betroffen.
 

Wie beeinflusst Diabetes das Hörvermögen?

Wenn Diabetiker plötzlich sensibler auf Lärm reagieren als noch vor der Diagnose Ihrer Krankheit, sollten Ärzte und Angehörige hellhörig werden, denn die Zuckerkrankheit beeinträchtigt die Cochlea. Der spiralförmige Bestandteil des Innenohrs, auch Hörschnecke genannt, verwandelt ankommende Schalwellen in Nervenimpulse und ist somit unverzichtbar für gutes Hören. Im Zuge von Diabetes wird dieser Teil des Ohrs geschädigt – die Folgen sind ein Hörverlust, eine erhöhte Lärmsensibilität und akustische Traumata "heilen" langsamer.
 

Einen Hörverlust rechtzeitig diagnostizieren

Bislang wird der Zusammenhang zwischen einer Diabetes-Erkrankung und einem Hörverlust oft nicht erkannt. Dabei ist eine frühe Diagnose in beiden Fällen ungemein wichtig, um Folgeerkrankungen oder gar Unfälle zu vermeiden. Sind Diabetiker auf Grund des instabilen Zuckerhaushalts bei einer Nicht-Behandlung anfälliger für Stürze, besteht auch bei Menschen mit einem unbehandelten Hörverlust die grosse Gefahr von Unfällen oder auch sozialer Isolation.
So sollten Ärzte Patienten mit einer der beiden Erkrankungen über den Zusammenhang zwischen Diabetes und einem Hörverlust aufklären. Diabetiker sollten sich einmal im Jahr einem professionellen Hörtest unterziehen. Bei Menschen mit einem Hörverlust sollten die Blutzuckerwerte genau überwacht werden.
 

Besonderheiten bei der Behandlung von hörgeschädigten Diabetikern

Wird bei einem Diabetiker ein Hörverlust diagnostiziert, sind zwei Dinge bei der Auswahl des richtigen Hörgerätes zu beachten:
1. Schwerhörige Diabetiker reagieren äusserst sensibel auf Lärm, besonders auf hohe Frequenzen, so dass das Hörgerät entsprechend sorgfältig eingestellt werden sollte.
2. Menschen mit Diabetes sind oft anfällig für Hautinfektionen, so dass sich (wenn es die Art der Hörschwäche zulässt) vor allem schmale Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte eignen und/oder auf antiallergisches Material bei den Ohrpassstücken zurückgegriffen werden sollte.